


Die Leuchte Typ RSL 1 ist eine Aufsatzleuchte des Herstellers Bergner & Weiser. Sie ist auch unter den Bezeichnungen „Rostocker Straßenleuchte“ und „Rundscheibenleuchte“ bekannt. Sie ist für den Betrieb mit zwei Natriumdampflampen mit jeweils 70 W oder 2 x HQL 80/125 W ausgelegt und wurde für die Montage auf Masten vorgesehen. Ihr Einsatz erfolgte vorwiegend in Wohngebieten. Die charakteristische Bauform mit ihren runden Streuscheiben machte die RSL 1 zu einer der verbreitetsten Straßenleuchten in Ostdeutschland. Sie wurde seit Anfang der 1960er Jahre hergestellt und noch bis in die 1990er Jahre von einem Nachfolgeunternehmen produziert.
Technische Daten
| Hersteller | VEB Leuchtenbau Pößneck (Bergner & Weiser) |
| Lampentyp | 2 × Na 70 W, 2 x HQL 80/125 W Halbnachtschaltung durch getrennt anklemmbare Lampen |
| Gehäuse | Emailliertes Stahlblech, lackiertes Stahl-Chassis, Dickes Rippenglas oder Strukturglas als Streuscheibe |
| Bauform | Aufsatzleuchte |
| Ausführung | offene Bauart |
| Schutzart | IP 23 |
| Maße | Durchmesser ca. 78 cm; Gesamthöhe ca. 55 cm |
| Gewicht | ca. 22 kg |
Historischer Hintergrund und konstruktive Entwicklung
Die RSL 1 gehört zu einer Reihe von Aufsatzleuchten, die sich über mehrere Jahrzehnte im Straßenbild der DDR beziehungsweise Ostdeutschlands behaupten konnten. Die in Pößneck hergestellte RSL wurde seit Anfang der 1960er Jahre gefertigt und noch bis in die 1990er Jahre von einem Nachfolgeunternehmen produziert. Die RSL 1 war dabei die am häufigsten eingesetzte Variante und war über mehr als vier Jahrzehnte im Straßenbild Ostdeutschlands zu finden. In ihrer Verbreitung wird sie mit der Pilzleuchte in Westdeutschland verglichen.
In den 1960er Jahren wurde die RSL 1 zunächst für Bestückungen mit 2 × HOL 80 W und 2 × HOL 125 W angeboten. Ab 1972 kamen umklemmbaren Vorschaltgeräte hinzu. Die Leuchten wurden jedoch meist weiterhin mit 125-W-Lampen betrieben, teilweise auch nur mit einer Lampe.
Ab 1981 wurde das ursprünglich verwendete dicke Rippenglas durch dünneres Strukturglas ersetzt. Ab 1982 war die RSL 1 außerdem für die Bestückung mit zwei Natriumdampflampen mit jeweils 70 W erhältlich. Eine Ausführung für Na 50 W konnte zu DDR-Zeiten nicht dauerhaft in die Produktion überführt werden, weshalb in Pößneck von dieser Bestückung mit Na-VG 50 W abgesehen wurde.
Die Betriebsgeräte können für Wartungsarbeiten am einfachsten von oben erreicht werden. Dazu wird der Schirm von oben abgeschraubt.
Eine besondere Möglichkeit der RSL 1 ist die Halbnachtschaltung. Durch die getrennte elektrische Anklemmung der beiden Lampen kann jeweils eine der beiden Lampen abgeschaltet werden, wodurch sich die Beleuchtungsleistung während der Nacht reduzieren lässt.
Neben der mittleren RSL 1 existierten weitere Baugrößen und Ausführungen. Die kleinere RSL 2 besaß nur drei Drittelscheiben und war für 2 × HQL 80 W ausgelegt. Die größere RSL 0 war für 2 × HQL 250 W und ab 1982 auch für 2 × Na 150 W vorgesehen. Die RSL 2 war für die Montage auf Stahlrohrkandelabern mit Einsteckflansch bestimmt. RSL 0 und RSL 2 wurden bereits in der DDR nicht weiterentwickelt und ab 1988 nicht mehr hergestellt.
Seit 1990 existierten für die RSL 1 außerdem Standrohre zur Montage auf Stahlmasten.
Die Leuchte besitzt die Schutzart IP 23. Ihre Abmessungen betragen etwa 78 cm im Durchmesser bei einer Gesamthöhe von rund 55 cm. Das Gewicht beträgt ungefähr 22 kg.
Galerie
Dateien/Kataloge
Katalog Mastaufsatzleuchten VEB Leuchtenbau Pößneck
Quelle
web.archive.org: ddr-strassenleuchten.de, Stefan Lösche, 2025
